|
Brennstoffe, Treibstoff für
den H.A.U. Dieselmotor. |
|
Verehrte Leserin, verehrter Leser, bitte beachten Sie: dies ist keine Anleitung, um sich in der Bastel-Ecke einen billigen Treibstoff für das eigene Fahrzeug zu kochen. Die Gerüchteküche empfiehlt Sonnenblumenöl aus dem Supermarkt. Das soll angeblich auch funktionieren. Dafür geben wir aber auch keine Gewähr. Also hier gehts zum: Gasöl Teeröl Schieferöl ( oder zurück zum Motor ) |
|
Gasöl
Eine verkürzte Abschrift aus der M.A.N. Druckschrift D 36287 (1913). (MAN - Historisches Archiv Augsburg) Von größter Bedeutung ist das Gasöl. Der Name Gasöl kommt daher, weil dieses Öl ursprünglich fast nur zur Carburierung von Wassergas verwendet wurde. Es wird auch Mittelöl, Blauöl oder Grünöl genannt; die beiden letzten Bezeichnungen hat es wegen der ihm eigentümlichen grünlich-blauen Fluoreszens erhalten.. Gasöl entsteht bei der fraktionierten Destillation des Rohöles(Erdöl). Die erste Fraktion sind die Benzine. Die zweite Fraktion, die (ungereinigten) Leuchtöle, besitzen ein spezifisches Gewicht von 0,75 bis 0,89 und destilliert von etwa 150 - 300 °C über. Das zu Leuchtzwecken bestimmte Leuchtöl (Lampenpetroleum) wird mittels Schwefelsäure gereinigt (raffiniert), während der Rest nicht weiter gereinigt wird und unter dem Namen Gasöl in den Handel gebracht wird. Die dritte Fraktion, die Rückstände, können ebenfalls noch Gasöl enthalten, welches unter Umständen durch nochmalige Destillation gewonnen wird. Zum Textanfang Steinkohlenteeröl. Eine verkürzte Abschrift aus der M.A.N. Druckschrift D 36287 (1913). (MAN - Historisches Archiv Augsburg) Die trockene Destillation der Steinkohle erfolgt in zwei großen Industriezweigen, nämlich in der Leuchtgasfabrikation und in der Kokerei. Beide Betriebe sind miteinander verwandt, jedoch insofern verschieden, als bei der Leuchtgasfabrikation das Leuchtgas, bei der Kokerei der Koks das Haupterzeugnis ist. In beiden Betrieben erfolgt die trockene Destillation der Steinkohle unter Luftabschluß in besonderen, dem jeweiligen Zweck angepaßten Öfen. Als Nebenprodukt fällt Steinkohlenteer an. Koksöfen bestehen in der Regel aus luftdicht abgeschlossenen Kammern von ca 10 cbm Inhalt, deren Sohle und Seitenwände durch Gas geheizt werden. Aus der Steinkohle entweicht bei trockener Destillation Gase und Dämpfe, zur Hauptsache Leucht- bzw. Koksofengas. Bei der Abkühlung dieser Gase scheidet sich in der sogenannten Vorlage der Steinkohlenteer ab. Dieser wird zum Teil weiterverarbeitet und zwar durch fraktionelle Destillation. Leichtöl, Mittelöl, Schweröl und Athracenöl werden gewonnen. Als Rückstand bleibt Pech. Aus dem Mittelöl-, Schwer- und Athracenöl werden zunächst die wertvollen Bestandteile gewonnen und zwar vorwiegend Naphtalin, Phenol und Kresol (Carboöl). Das Gemisch der übriggebliebenen Öle kommt alsdann als Steinkohlenteeröl oder Teeröl in den Handel. Zum Textanfang Schieferöl Schieferöl wird im Schwelverfahren aus ölhaltigem Schiefergestein gewonnen. Im Januar 1946 gibt es eine Anfrage bei MAN, ob unser A4V60 Motor auch mit Schieferöl betrieben werden könnte. MAN antwortet mit Datum vom 02.02.1946: Der Kresolgehalt sollte nicht höher als 4% sein, da sonst nach kurzer Zeit eine Verschlammung, besonders des Zerstäubers, eintreten kann. Auch würde Gasöl als Zündöl gebraucht. Der Motor würde ja eine Zündöleinrichtung besitzen und deshalb dürften keine Schwierigkeiten bestehen. Das Öl sollte auch angewärmt werden, um es dünnflüssig zu machen, wenn der Raum eine Temperatur unter 20 Grad haben sollte. Wegen des hohen Schwefelgehaltes sollte das Kühlwasser den Zylinder gut warm verlassen, da ansonst hoher Materialverschleiß zu erwarten sei. Sonst gäbe es keine Bedenken. Im Betriebsbuch sind nun Probeläufe mit Schieferöl vermerkt. Zum Teil wird auch die Bezeichnung Messeler Öl benützt. (Grube Messel Darmstadt). Das Schieferöl wird aber aus Dotternhausen (Schwäbische Alb) geliefert. Heute eine Zementfabrik, die das Ölschiefergestein zu Zement verarbeitet. |